Polar Vantage V

Ich durfte in den letzten zwei Monaten sehr ausgiebig die Polar Vantage V testen. (TESTBERICHT)

Der erste Eindruck.
Die Uhr macht direkt einen stabilen und sehr edlen Eindruck. Optisch und haptisch also schon mal sehr gut und wie ich finde auch eine gute Weiterentwicklung seit den letzten Uhren.

Optische Herzfrequenzmessung am Handgelenk.
In den ersten Tagen musste ich erst einmal die richtige Einstellung des Armbandes finden damit die Uhr beim Laufen korrekt misst, Mittlerweile misst sie nach ca. 2-5 Minuten bereits sehr plausibel und gleichmäßig. Für Intervallläufe empfiehlt es sich aktuell noch auf den Gurt zurückzugreifen, da die optische Messung einfach etwas träge ist und kurze schnelle Sprints beispielsweise nicht unbedingt gut abbildet, der Gurt kann das. Sehr spannend ist auch die HF Messung beim Schwimmtraining, die genauso gut funktioniert, wie an Land und das trotz Wasser ohne Aussetzer. Für mich eine positive Überraschung, denn zuvor musste ich auf mein Gefühl hören oder einen geeigneten Gurt anziehen. Optisch jetzt nicht grade das Highlight 😉

Running Power.
Das ist DIE Funktion an der V-Ausführung. Das Thema ist sehr Komplex, aber denn Sinn dahinter versteht man leicht. Die Läufe sind einfach viel genauer auszuwerten. Bisher kam ich auch ohne klar, aber wer die Wattmessung am Fahrrad und dessen Vorzüge im Training kennt, wird sie auch beim Laufen mögen und nutzen können. Über die Genauigkeit der Werte lässt sich noch nicht viel sagen, das Ergebnis ist aber spannend, denn ich kann den Kraftaufwand und die muskuläre Belastung viel genauer in mein Training und Alltag einbeziehen.

Recovery Pro, Muscle Load, Coardio Load usw.
Wenn man verstanden hat wie die Uhr und Polar Flow miteinander arbeiten und was die Werte auf der Uhr bzw. im Flow bedeuten, lassen sich hier enorme Vorteile für die Trainingssteuerung legen. Nach einem Monat (28 T.) zeigt die Uhr einen sehr verlässlichen und gut verständlichen Status an. Anhand der Trainings- und Erholungsdaten wird ein Toleranzwert ermittelt und der Belastung gegenübergestellt, durch das Feedback der Uhr kann ich erkennen, wann ich deutlich über das Ziel hinausschieße, zu schnell aufbaue, zu viel will oder eben zu wenig mache.
Für ambitionierte Sportler durchaus eine gute Funktion um Verletzungen oder Krankheiten zu vermeiden. Der orthostatische Test funktioniert und ergänzt das gesamte Zusammenspiel im gesamten Training Load um eine wichtige Komponente, die Erholung und den Zustand des Herz-Kreislaufsystems. Mein Trainer ist sehr angetan davon und rät mir entweder auf Ihn oder auf die Uhr zu hören.

Planung und Auswertung.
Die Auswertung am PC oder in der App ist gewohnt stabil und einfach. Einheiten lassen sich planen und einfach auf die Uhr laden. Persönlich habe ich immer noch lieber den old school Zettel beim Intervall Training oder beim Schwimmen dabei, aber grundsätzlich ist die Planung mit dem Flow Webservice einfach und schnell gemacht und genauso gut die Auswertung im Anschluss. Für Datenfreaks ein Paradies 😉

Fazit.
Diese Uhr ist auf dem Weg eine der der besten und stärksten Uhren auf dem Markt zu werden. Die Vantage M und V wurden mit ein paar Kinderkrankheiten auf den Markt gebracht, die innerhalb der ersten 2 Monaten, zumindest bei mir alle behoben wurden. Ich hatte zwischenzeitlich ein Problem mit der GPS-Aufzeichnung während des Laufens, das hat sich aber sehr schnell mit einem Update geregelt.

Ich werde die Uhr weiterhin im Training nutzen, Anfangs dachte ich noch ich behalte lieber mal meine V800 noch, muss aber sagen, seit ich die V am Handgelenk trage habe ich die V800 nicht mehr genutzt. Absolut Empfehlenswert, für Sportler die gerne mit den Daten jonglieren, Schlüsse ziehen, Trainingspläne erstellen und etwas ambitioniertere Ziele haben. Für alle anderen Sportler reicht vermutlich die etwas abgespeckte Variante die Vantage M aus. Das muss jeder für sich entscheiden, welche Daten er braucht und welche nicht.